Nota Bene Orchester
 
   
Nota Bene 2011

Nota Bene 2011

Nota Bene 2010

Massimiliano Matesic

Nota Bene 2011

Ronny Spiegel

Ein Tag im Leben von Martin Lukas Meister

Um 5.45 Uhr läutet der Wecker das erste Mal; und somit beginnt der allmorgendliche Kampf des Aufstehens. Das erste Läuten gilt zum Glück mir. Im Halbschlaf döse ich noch ein bisschen weiter. Gegen 6.30 Uhr stehe ich auf, um mit meiner Freundin frühstücken zu können. Während Sie schon ziemlich wach ist und viel erzählt, sitze ich noch eher stumm vom meinem Frühstück.

Nach der ausgiebigen Dusche bin auch ich wach und hole die Zeitung aus dem Briefkasten. Das gründliche Zeitungsstudium gehört für mich zum Morgenritual. Anschliessend starte ich den Computer auf: Meistens sind seit dem letzten Abend einige Mails eingegangen, die es zu beantworten gilt. E-Mail ist für mich eine der wichtigsten Kommunikationsformen: Die Orchesterorganisation läuft zu grössten Teil per E-Mail.

Nachdem die Computerpost erledigt ist, fahre ich mit dem bezeichnen der Noten fort. Taktzahlen, Bogenstriche, Artikulationen und Fingersätze müssen in alle Stimmen eingetragen werden: eine aufwändige und Zeit intensive Arbeit. Grosse Sinfonien beschäftigen mich mehrere Tage. Wenn ich voll in der Arbeit stecke, kommt es immer wieder mal vor, dass ich das Mittagessen vergesse. Ich merke es jeweils erst beim Nachtessen, wenn meine Freundin über meinen übermässigen Hunger staunt.

Um 13 Uhr setzte ich mich auf mein Motorrad und fahre in die Stadt. Seit mehreren Jahren begleite ich einen pensionierten Hobbysänger. Aus der Bekanntschaft ist in der Zwischenzeit Freundschaft geworden. Wir arbeiten regelmässig zusammen. Ich studiere mit Ihm neue Lieder ein und wir geben kleine Konzerte in Altersheimen. Kurz nach 16 Uhr bin ich wieder zu Haus. Bald kommt meine Freundin aus der Schule zurück: Wie essen einen Zvieri und berichten vom Tag.

Am Abend habe ich noch Probe mit dem Sinfonieorchester Nota Bene: Ich überarbeite die Notizen der letzten Probe und stellen einen Plan mit den zu übenden Stellen auf. Meistens wird diese Arbeit mehrmals von Telefonanrufen unterbrochen. Die Grippewelle oder die Abschlussprüfungen an der Uni sorge für viele Absenzen für die Abendprobe.

Das Nachtessen bereitet meine Freundin zu. Wir teilen uns die Aufgaben im Haushalt: Ich bin für die Reinhaltung der Wohnung zuständig, und sie sorgt für das leibliche Wohl. Nach dem Nachtessen fahre ich mit dem Zug in die Orchesterprobe. Ich bin immer ungefähr zwanzig Minuten vor Probebeginn im Probelokal. Eigentlich bräuchte ich diese Zeit, um mich in Ruhe auf die Probe einzustimmen, aber meistens geht es ziemlich turbulent zu und her: Alle wollen oder müssen etwas mit mir besprechen, es gibt unzählige Fragen zu klären. Ach während der Pause werde ich meistens von Orchestmietgliedern belagert. Nach Probenende bin ich jeweils sehr müde und erschöpft. Früher gingen wir immer noch in ein Restaurant, aber heute nehme ich den Zug nach Hause. Um halb elf bin ich wieder in Zollikon: Ins Bett kann ich aber noch lange nicht, dazu bin ich nach der Probe noch viel zu "aufgekratzt". Zuerst trinke ich etwa einen halben Liter, um den Flüssigkeitsverlust während der Probe wieder wettzumachen. Anschliessend setzte ich mich nochmals an den Computer und beantworte die letzten Mails. Kurz vor Mitternacht hat sich mein Körper dann beruhigt und ich falle müde ins Bett. Die Musik dreht zwar nicht in meinem Kopf weiter, aber irgendwann schlafe ich trotzdem ein.