In der gleichen Zeit entstanden schöne Kontakte zur "Musikfamilie" um Herbert Scherz in Hausen am Albis mit den ersten Erfahrungen im Kammermusikspiel. Die zwei "Schlüsselbegegnungen" motivierten Christian Wenk ganz besonders und führten bereits wenig später zu regelmässigen Auftritten und den ersten Preisen an Musik-Wettbewerben. Sein Klavierspiel wurde für ihn in der Jugendzeit zu einem ganz speziellen Teil "Heimat", dessen Bedeutung es in seinem Leben nie wieder verlieren sollte.
Nach der Matura begann Christian Wenk 1993 das Musikstudium beim SMPV, wohl wissend, dass er ein Jahr später, 1994 mit dem Studium der Humanmedizin beginnen würde, treu seinem Motto folgend, das zum Hobby zu behalten, was er am liebsten tat, nämlich die Musik. In der gleichen Zeit entdeckte er den Ausdauersport, und was zum Ausgleich und im kleinen Kreis seiner Läufer-Freunde begann, entwickelte sich in seinen Studienjahren zunehmend zu einer grossen Leidenschaft mit hohen Ambitionen. Später unterbrach er zugunsten des Sports sein Studium und wurde 1999/2000 erstmals Weltcupsieger und Duathlon-Schweizermeister. Die Musik behielt für ihn währenddessen immer einen hohen Stellenwert, auch wenn er nur noch selten öffentlich damit auftrat.
Am 20. September 2000 ereignete sich dann der folgenschwere Sportunfall in Japan, wonach bei Christian Wenk von Anfang an die Dankbarkeit am Leben geblieben zu sein im Vordergrund stand und nicht der grosse Verlust verbunden mit seiner hohen kompletten Querschnittlähmung. Dies ermöglichte es ihm zusammen mit dem grossen Rückhalt seiner Familie bald, sich nach vorne zu orientieren, wobei es eines seiner wichtigsten Ziele war, das Klavierspiel wieder zu erlernen, was anfangs angesichts der neuen Situation allerdings als praktisch aussichtslos erschien. Die Knie waren im Rollstuhl zu hoch oben um unter die Klaviatur zu fahren, die Oberkörperstabilität war mit dem Verlust von Bauch- und Rückenmuskulatur durch die hohe Lähmung so stark beeinträchtigt, dass an ein aufrechtes Sitzen mit freien Händen nicht zu denken war, die Pedalen konnten ohne Füsse nicht bedient werden und schliesslich führte der Verlust des Schwitzens zu einem permanenten Abrutschen der Finger von den schmalen schwarzen Tasten. Trotzdem gab Christian Wenk vor Weihnachten 2000 anlässlich seines Austritts aus der Rehabilitation im Spital Balgrist ein kleines Konzert, ohne Schuhe, weit im Stuhl zurückgelehnt und mit einem Gehstock zwischen Haltepedal und Kinn.
Inzwischen lebt Christian Wenk in Zürich wieder komplett selbstständig, hat sein Studium beendet und bereits drei Jahre als Assistenzarzt auf Anästhesie, Intensiv- und Innerer Medizin gearbeitet. Und er hat die Schwierigkeiten beim Klavierspiel nicht zuletzt Dank des von Freunden eigens für ihn gebauten und mit dem Mund steuerbaren Pedalsystems weitgehend überwunden und im Oktober 2003 mit dem Orchesterverein Zürich unter der Leitung von Ladislaus Rybach Beethovens Drittes Klavierkonzert in c-moll aufgeführt. Dieses Konzert sollte am Anfang stehen einer Reihe von im Zweijahresrhythmus stattfindenden Benefizkonzerten, dessen Fortsetzung nun Edvard Griegs a-moll Konzert zugunsten der Sternschnuppe (Zürich) und der Paraplegiker-Stiftung (Luzern) erfährt.